Ebenalp
Der gestrige Tag war nahezu perfekt, die Thermik war gleichmässig, überhaupt nicht ruppig im Vergleich zu Ostern. Der Wetterbericht hatte neben der Bise im Mittelland leichten Föhn in den Alpentälern vorausgesagt. Vom Föhn war nichts zu sehen, aber die Bise spürten wir schon etwas, was uns half an der Ebenalp gut wegzustarten.
Ich drehte in unsteter Thermik über dem Äscher auf, versuchte über dem Ebenalp-Bergrestaurant etwas bessere Thermik zu erwischen, fand aber nichts. Deshalb flog ich wieder raus, wo ich in der Talmitte einen wunderschönen Bart fand, der mich 400m nach oben beförderte.
Jetzt konnte ich los, der Säntis war mein Ziel. Schon immer mal wollte ich um den Säntis fliegen und an diesem Tag könnte es klappen. Also flog ich Richtung Schäfler und weiter über die Altenalp-Türme, wo ich auf 2300m.ü.M aufdrehen konnte. Ich entschloss mich, weiter zu fliegen. Beim Öhrli war aber Schluss, dort fand ich keine Thermik mehr. Ich musste mich entscheiden, ob ich zurück zur Ebenalp fliegen oder zum Kronberg queren soll. Da der Kronberg zum Greifen nah schien, entschied mich dafür.
Auf der langen Strecke dorthin verlor ich natürlich schon einiges an Höhe, als ich aber zur Südflanke des Kronbergs kam, bekam ich grösseres Sinken und ich schaute mich schon nach einem geeigneten Landeplatz um. Kurz darauf piepse mein Vario wieder, ich konnte etwas Höhe gewinnen und schaffe es über die Krete des Berges. Auf der Nordseite konnte ich mit der Bise wunderschön aufdrehen und im Nu die verloren Meter wieder wett machen.
Langsam bekam ich kalte Hände, da ich nur die dünnen Handschuhe trug. Also machte ich mich auf den Rückweg. Der Plan war, über die Sollegg, die als Verlängerung des Kronbergs bis fast nach Appenzell reichte, zurück zur Ebenalp zu fliegen, um wieder in Wasserauen bei meinem Auto zu landen.
Anfangs ging es sehr gut. Ich verlor kaum an Höhe und kam dank Beschleunigung auch vernünftig gegen den Wind an. Kurz vor der Sollegg sank ich, konnte die Höhe nicht mehr halten und merkte auch, dass ich es nicht bis vor die Sollegg schaffen würde, wo ich mir erneute Thermik erhoffte. Der Boden kam immer näher, unter mir einige blühenden Wiesen. Den Landeplatz konnte ich mir dann nicht mehr gross aussuchen, schon stand ich am Boden.
Ich funkte, dass ich jetzt am Boden sei und es mir gut ginge. Am Handy machte ich mit meinem Freund aus, dass er mich in der Sollegg abholen kommen sollte. Also packte ich meinen Schirm ein und machte mich auf den Weg den Hügel runter, wo ich kurze Zeit später abholt wurde.
Merci Schatz für den Fahrdienst!
